Viele Patienten, die sich heute über eine Prostataoperation informieren möchten stoßen auf eine verwirrende Anzahl von verschiedenen OP-Methoden und haben es schwer aus der Menge völlig unterschiedlicher Verfahren das für sie geeignete herauszufinden.
Von den endoskopischen Operationsmethoden zur Behandlung der Prostata stehen momentan die nachfolgend beschriebenen zwei Methoden unangefochten an der Spitze.
Jahrzehntelang als sog. Gold-Standard war die TUR-Prostata der einsame Spitzenreiter der endoskopischen Prostata-Operation.
Hierbei erfolgt der Zugang endoskopisch über die Harnröhre und die Prostata wird über Hochfrequenzstrom, welcher an eine feine Drahtschlinge geleitet wird, in Spänen abgetragen.
Diese werden anschließend aus der Blase herausgespült und feingeweblich untersucht.
Dank der heute eingesetzten Technik hinsichtlich der Optiken, Resektoskope und Hochfrequenzverfahren ist die TUR-Prostata nach wie vor das Verfahren der Wahl, an der sich die neueren OP-Methoden messen lassen müssen.
Neuester Stand der Technik ist hier das TURIS-Verfahren, eine Resektion die statt herkömmlicher Spüllösungen zB. Purisole, Kochsalzlösung verwendet.Hierdurch wird das früher so gefürchtete "TUR-Syndrom" vermieden.
Selbstverständlich bieten wir an beiden OP-Standorten dieses Verfahren an!
Neue Laser-Therapie-Verfahren drängen seit einigen Jahren verstärkt auf den Markt und konkurrieren mit der TUR-Prostata um die Position der führenden Operationsmethode.
So hat fast jeder Patient etwas von der modernen Lasertherapie gehört oder gelesen, ist aber anhand der Vielzahl unterschiedlicher Laserverfahren kaum in der Lage zu unterscheiden welches Laserverfahren anzustreben ist und welches nicht.
Erschwert wird die Meinungsbildung für den Laien auch, weil heute die verschiedenen Kliniken in direkter Konkurrenz um die Patientengunst, stets dass von ihnen angebotene Laserverfahren, als die ideale Behandlungsmethode präsentieren.
Aktuell hat das G-BA entschieden, dass nur 2 Laserverfahren ihre Qualität im Vergleich zur TUR-Prostata bewiesen haben und weiterhin zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung zugelassen sind.
Die derzeit zugelassenen Laserverfahren sind:Die Blutung
Eines der Hauptargumente mit denen die Lasertherapie der Prostata beworben wird ist der geringe Blutverlust während der Operation. Theoretisch betrachtet ist dieses Argument korrekt.
In der Praxis jedoch wird die Blutungswahrscheinlichkeit von einer Vielzahl übriger Faktoren beeinflusst, so dass es auch bei der Laseroperation durchaus zu Blutungen kommen kann, die dazu zwingen während der Operation auf eine andere Methode zu wechseln.
Kommt es zB. bei dem Einführen des Operationsinstrumentes zu einer Blutung kann dies bereits das vorzeitige Ende der Laserbehandlung bedeuten.
OP-Zeit
Die Operationsdauer ist sicherlich nicht die Stärke der Lasertherapie, da sie grundsätzlich länger als vergleichsweise bei einer TUR-Prostata anzusetzen ist.
Krankenhausaufenthalt
Der Krankenhausaufenthalt beträgt durchschnittlich zwischen 3-4 Tage und entspricht damit dem der TUR-Prostata. Heilungsverlauf “ Dichtung und Wahrheit“ beschreiben den Krankheitsverlauf nach einer Lasertherapie. Vorträge und Publikationen übertreffen sich hinsichtlich des kurzen über einige Tage dauernden Heilungsverlaufes bei geringfügigen Beschwerden des Patienten.
Der Alltag indes sieht anders aus, und eine häufig über Monate verlaufende Heilungsphase mit teils starken Beschwerden des Patienten sind keine Seltenheit.
Kosten
Die Kosten des Laserverfahrens sind derzeit sicherlich höher als die einer TUR-Prostata. Sie sind abhängig vom jeweiligen Laserfasertyp, ob einmal oder mehrfach verwendbar und grundsätzlich auch vom jeweiligen Laserverfahren. So ist zB. die I. Geräte-generation des Greenlight-Laser durch einen Starkstromanschluß und die notwendige Wasserkühlung sehr kostenintensiv.
Histologie
Nach einer TUR-Prostata wird das gesamte entfernte Gewebe feingeweblich untersucht. Evtl. vorhandene, bisher nicht entdeckte Tumorzellen können so erkannt werden.
Viele Laserverfahren (Vaporisations-Laser, zB. Greenlight-Laser) ermöglichen keine anschließende Gewebeuntersuchung und bergen damit das Risiko, dass Krebszellen übersehen werden können.
Laserunterstützte Resektion
Was ist das? Hier handelt es sich um eine Prostataoperation die mit dem Laserverfahren begonnen und als transurethrale Resektion weitergeführt wurde.
Kritiker meinen sie ist ein Zeichen für eine nicht beendete Lernkurve des Behandlersbzw. das falsche OP-Verfahren.
Wissenswertes
Wenn es derzeit ein Laserverfahren gibt, welches grundsätzlich für jede Prostata-OP geeignet ist, dann ist es der Holmium-Laser.
Weder Greenlight-Laser noch Dioden-Laser können in der Effizienz der OP-Ergebnisse an diese Methode heranreichen.
Es ist derzeit unter Urologen unbestritten das beste Laser-Verfahren, aber aufgrund der als schwierig und zeitaufwendig zu erlernenden Methodik nur wenig verbreitet. Es stellt das einzige Laserverfahren dar, mit der auch sehr große Drüsen >100 gr., lasertechnisch gut zu operieren sind.
Deutschlandweit die größte Erfahrung bot bisher:
Vivantes -Auguste-Viktoria-Krankenhaus
Urologische Abteilung
Rubenstrasse 125
12157 Berlin
Telefon: 030 130202541
FAZIT
Die Lasertherapie erobert derzeit den operativen Markt ohne ihre wahre Überlegenheit in Langzeitergebnissen gegenüber der TUR-Prostata dargestellt zu haben.
Dies hat nun auch das Bundesgesundheitsamt erkannt und entsprechend deutlich fiel auch die niedrige Anzahl der Laser-Zulasssungen aus. Ganze 2 Verfahren dürfen aktuell weiter zur Behandlung der Prostatavergrößerung eingesetzt werden.
Nach unseren Erfahrungen sind die derzeitigen Ergebnisse in den Hamburger Kliniken sehr schwankend und es bleibt abzuwarten ob die ungebrochene Euphorie anhält.
Hat die Prostata eine Größe erreicht, die eine endoskopische Operation nicht zulässt, ist es sicherer und auch einfacher die Prostata offen zu operieren.
Dies bedeutet, daß über einen kleinen Schnitt am Unterbauch die Harnblase eröffnet und die Prostata über diesen Zugang entfernt wird.
Diese OP-Methode wird als transvesikale Prostataadenomektomie nach Freyer bezeichnet.
Krankenhausaufenthalt und Heilungsverlauf entsprechen denen der TUR-Prostata.
Vor einer Prostata-Operation sollten folgende die Indikation zur OP und zur gewählten Operationsmethode führenden Untersuchungen vorliegen:
Die stationäre Aufnahme erfolgt am Tag vor der Operation oder am OP-Tag, je nach Absprache mit dem Operateur.
Die Unterbringung erfolgt je nach Zimmerauswahl des Patienten.
Nach der Operation ist der Pat. mit einem durch die Harnröhre führenden Dauerkatheter versorgt, der am 2ten postop. Tag entfernt wird.
Der stationäre Aufenthalt dauert insgesamt durchschnittlich 4 Tage.
Die Entlassung erfolgt üblicherweise ohne Katheter.
Für Rückfragen nach der Entlassung erhält der Patient die Telefonliste des Op-Teams und ist so sicher einen Ansprechpartner rund um die Uhr zu haben.
Nach der Operation sollte sich der Patient in den nächsten Tagen körperlich schonen und auf das Heben und Tragen schwerer Lasten verzichten. Sportliche Aktivitäten wie zB. Fahrradfahren, Joggen und Schwimmen sind zu vermeiden.
Keine Einnahme von Medikamenten die einen direkten Einfluß auf die Blutgerinnung haben wie zB. Aspirin, ASS, Plavix, Iscover oder Marcumar. Hier sollte der Operateur befragt werden, wann mit der Einnahme wieder begonnen werden kann.
Die tägliche Trinkmenge sollte ~ 2 Liter / d. betragen.
Ein Großteil der Patienten verspürt nach Entfernung des Dauerkatheters einen gehäuften Harndrang mit teilweise Brennen beim Wasserlassen. Dies ist völlig normal.
Fieber wäre dagegen ein Grund den Operateur oder ein Mitglied des OP-Teams von der Telefonliste anzurufen.
Der Urin kann völlig klar bis rot sein, vereinzelt kann es auch zum Abgang von Blutstückchen kommen.
Im Zweifelsfall sollte der Patient auch hier den Operateur benachrichtigen.
Selten kann es nach dem Entfernen des Katheters auch zu einer Harnverhaltung kommen. Dies bedeutet es liegt ein starker Harndrang vor und der Pat. kann nicht Wasserlassen. Auch in diesem Fall ist der Operateur unverzüglich zu benachrichtigen.
Im Zweifelsfall gilt es Gebrauch von der Telefonliste zu machen!
Uro-onkologische Praxis Othmarschen
Waitzstraße 22 |